Pressemitteilung

„Mutlose“ Antworten des Verkehrsministeriums zum Ausbau der Bonner Nordbrücke

20. Mai 2026

Die Antwort des Bundesministeriums für Verkehr auf eine schriftliche Anfrage der Bonner Bundestagsabgeordneten Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen) zur Dimensionierung der Bonner Nordbrücke (A 565) sorgt für massive Enttäuschung bei den regionalen Grünen. Das Ministerium hält trotz klimapolitischer Bedenken an der sechsspurigen Planung fest und weicht konkreten Fragen zu kostengünstigeren und schnelleren Alternativen aus. 


Die Grünen betonen dabei: Ein Ersatzneubau der Nordbrücke ist aufgrund des Zustands des Bauwerks dringend notwendig und muss so schnell wie möglich realisiert werden. Doch gerade hier sieht die Partei eine verpasste Chance. Die vorliegenden Antworten des Ministeriums bestätigen, dass der geplante sechsspurige Neubau jährliche zusätzliche CO₂-Emissionen von 8.065 Tonnen verursacht. Besonders kritisch bewerten die Grünen, dass das Ministerium sich weigert, die zeitlichen und finanziellen Vorteile einer kleineren Lösung zu beziffern. Auf die Frage nach Auswirkungen einer vierspurigen Variante auf die Bauzeit und die Kosten verwies die Behörde lediglich auf den gesetzlich festgeschriebenen Ausbaugrad im Bedarfsplan. 


Katrin Uhlig, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Bonn, erklärt dazu: 
„Dass das Ministerium nicht einmal konkret beantwortet, wie sehr ein schmalerer Bau die Eingriffe in die direkt angrenzende Bebauung reduzieren würde, ist ein Schlag ins Gesicht der Anwohnenden. Gerade mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage und der Dringlichkeit der Brückenerneuerung sollten schnelle und kostengünstigere Varianten intensiv geprüft werden. Bundesverkehrsminister Schnieder kann hier noch die Kurve kriegen, müsste dafür aber jetzt das Steuer rumreißen und eine Planung ermöglichen, die den städtischen Raum schont und wirtschaftlich ist, statt wertvollen Platz für unnötige Asphaltflächen zu opfern.“ 


Ein zentraler Kritikpunkt der Grünen ist die Einstufung der A 565. Während das Ministerium einräumt, dass die Autobahn durch innerstädtisches Gebiet verläuft, beharrt es auf der Kategorie einer „Fernautobahn“. Immerhin gibt es eine kleine Öffnung: Das Ministerium prüft derzeit, ob geringere Standards einer Stadtautobahn (schmalere Querschnitte) angewendet werden können. Eine Entscheidung dazu ist jedoch noch offen. 


Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender und Landtagsabgeordneter der Grünen aus Bonn, betont die wirtschaftliche Relevanz einer zügigen Lösung: 
„Bis zu 90 Wohneinheiten würden durch diese Mammut-Planung durch eine Asphalt-Wüste zerstört werden und das mitten in der Bonner Wohnungskrise. Das Ziel muss doch sein, möglichst viele dieser Wohnungen zu retten. Gleichzeitig wird die anhaltende Unsicherheit für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe zunehmend zu einer kostspieligen Belastung. Deswegen braucht es eine schlanke und schnelle Planung.“


Trotz der starren Haltung gibt es minimale planerische Zugeständnisse, um den Flächenverbrauch zu reduzieren: So sollen durch kleinere Kurvenradien und den Verzicht auf Betriebswege an Lärmschutzwänden zumindest geringfügige Einsparungen erzielt werden. Für die Grünen bleibt dies jedoch nur Kosmetik an einer grundsätzlich falschen Planung, die wertvolle Zeit und Ressourcen kostet.